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18.05.2012
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Vegetarisch Fit 3/12
Vegetarisch Fit 3/12
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Die Kraft der Natur

Übergewicht, Diabetes, Verdauungsprobleme – viele Beschwerden machen uns das Leben unnötig schwer. Sie müssen den gesundheitlichen Problemen aber nicht immer mit der Chemiekeule zu Leibe rücken. Probieren Sie es doch einmal mit der natürlichen Kraft von Lebensmitteln.

Alle Lebensmittelgruppen, also Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte sowie Getreideprodukte, Fette und Getränke besitzen Bestandteile, die Beschwerden lindern und vor Krankheiten schützen können. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sechs häufige Probleme ganz einfach mit natürlichen Lebensmitteln selbst behandeln können.

Die Stimmung aufhellen

In vielen Krankheiten drückt sich auch der Zustand unserer Seele aus. Wenn wir zum Beispiel in einer unangenehmen Situation verharren, streikt der Darm. Bereits eine ausgewogene Kost bringt spürbar Besserung. Dazu gehören regelmäßige Mahlzeiten mit Kohlenhydraten im natürlichen Verbund und ausreichend hochwertigem Eiweiß. Am besten ist ein bunter Mix aus Vollkorn, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen, Kräutern, Soja, Käse, Milch, Joghurt und frischen Eiern. Ganz wichtig bei gedrückter Stimmung: Trinken Sie täglich ausreichend! 1,5 bis 2 Liter, am besten Mineralwasser, aber auch beispielsweise Tee aus Johanniskraut, Melissen-blättern, Passionsblumenkraut und Hibiskusblüten, und das Lächeln lässt nicht lange auf sich warten.

Die Arterienwände blitzblank halten

Erhöhte Cholesterinwerte sind ein Risikofaktor für Schlaganfall oder Herzstillstand, weil die Blutfette die Arterienwände verkalken. Herz und Gehirn werden so von der lebensnotwendigen Blutzufuhr abgeschnitten. Schon der Verzehr von 50 Gramm Haferkleie am Tag hilft, dass die Cholesterinwerte im Blut sinken. Das Vollkornprodukt enthält Beta-Glucan, das den Leber-Darm-Kreislauf unterbricht, indem es sich im Dünndarm an die cholesterin-haltigen Gallensäuren heftet. Statt sie zu recyceln, scheidet der Körper jetzt die Gallensäuren aus. Das zwingt ihn, seine Reserven an Cholesterin zu mobilisieren, damit diese die wichtigen Fettverdauer neu herstellen. Als Folge sinkt der Cholesterinspiegel im Blut.

Gewicht und Blutzucker im Griff haben

Übergewicht und Diabetes Typ II sind in unserer Gesellschaft immer weiter verbreitet. Dabei ist Abnehmen durch Umstellen ungünstiger Essgewohnheiten gar nicht so schwer. Erdbeeren beispielsweise sind kalorienarm, liefern gerade mal 20 Kalorien auf 100 Gramm, helfen über den pfundebringenden Süßhunger hinweg und wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Man kann daher ruhig 200 Gramm Erdbeeren am Tag essen. In den roten Früchten steckt Ellagsäure, die im Darm die Aktivität der Amylase-Enzyme verringert. Diese Enzyme spalten die Kohlenhydrate aus den Lebensmitteln in Trauben-zucker, also in jenen Zuckerbaustein, der schließlich durch die Darmwand in das Blut gelangt. Weniger Amylase-Aktivität bewirkt, dass die Kohlenhydrate im Darm langsamer zu ihrem kleinsten Baustein abgebaut werden. Sie sickern dadurch auch langsamer in das Blut, es entsteht ein Gleichgewicht zwischen dem Anfluten von Traubenzucker und seinem Transport in die Körperzellen.

Den Darm bei Laune halten

Leinsamen regt eine träge Verdauung an. 100 Gramm enthalten 21 Gramm Ballaststoffe, eine Portion (45 g) deckt somit ein Drittel des Ballaststoffbedarfes von täglich 30 Gramm. Der Samen besitzt eine große Quellfähigkeit. Durch ihn vergrößert sich das Stuhl-volumen, das dehnt den Darm und fördert, dass er seinen Inhalt transportiert. Heidelbeertee aus 2 bis 3 Esslöffel getrockneten Beeren stoppt dagegen eine allzu flotte Verdauung: Spezielle Gerbstoffe des Getränks bewirken, dass sich der Darm zusammen-zieht, bilden eine Schutzschicht auf den Darmzellen, erschweren so das Eindringen fremder Bakterien und hemmen Durchfallerreger sowie übermäßige Muskeltätigkeit.

Bei Blähungen hilft Kümmel, dessen Inhaltsstoff Carvon unter anderem die Produktion von Verdauungs-enzymen anregt. Einfach als Tee genießen oder nach den Mahlzeiten als ganzes Korn kauen.

Die Knochen richtig stärken

Mit Osteoporose bezeichnen Experten krankhaften Knochen-schwund. Osteoporose hat im Endstadium zur Folge, dass die Knochen schon brechen, wenn die Betroffenen sich kaum belasten, etwa beim Stolpern oder Bücken. So weit braucht es aber nicht kommen. Um dem Leiden vorzubeugen beziehungsweise es aufzuhalten, hilft eine kalziumreiche Ernährung. Das Mineral ist besonders in den beliebten Hart- und Schnittkäsesorten Gouda, Edamer, Butterkäse oder Tilsiter enthalten. Emmentaler enthält besonders viel Kalzium, zwei Scheiben (60 g) enthalten 580 Milligramm, sie decken über die Hälfte des Kalium-Tagesbedarfs eines Erwachsenen von 1.000 Milligramm.

Das Krebsrisiko senken

Pflanzliches und körpereigenes Östrogen sind sehr ähnlich in der Struktur. Beide können deshalb an die Beta- Östrogenrezeptoren der Zellen von Brust, Eierstöcken und Gebärmutter binden. Dieses führt dazu, dass sich die Zellen vermehrt teilen und damit zu einem potenziellen Krebsrisiko. Das pflanzliche Östrogen aus Sojaprodukten wirkt aber deutlich schwächer als das körpereigene Östrogen. Bei einem verstärkten Tofu-Verzehr von 300 bis 500 Gramm pro Woche, besetzt das pflanzliche Östrogen viele Östrogenrezeptoren in den genannten Organen, und das körpereigene Östrogen findet dann nur noch wenig freie Möglichkeiten anzudocken. Somit wird die stärker zellwuchernde Aktivität des körpereigenen Östrogens unterdrückt.