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22.05.2013
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Seien Sie geizig!


Viele Haushaltsgeräte sind heute unerlässliche Hilfen im Alltag. Allerdings können sie auch wahre Stromfresser sein und Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen. Tipps, wie Sie ganz einfach Energie und Geld sparen!

 

Haushaltsgeräte brauchen Strom. Das heißt es kostet Geld, sie zu betreiben. Ein Vier-Personen-Haushalt in Deutschland gibt beispielsweise durchschnittlich rund 112 Euro pro Jahr alleine für den Strom aus, den er beim Kochen benötigt. Für das Kühlen und Gefrieren sind es etwa 168 Euro, fürs Geschirrreinigen mit einer Spülmaschine 74 Euro. Das sind insgesamt 354 Euro (siehe Tabelle Seite 77).

Diese Geräte erleichtern die Hausarbeit. Daher würde wohl kaum jemand auf Kühlschrank, Geschirrspüler und Herd verzichten. Muss man auch gar nicht. Denn cleveres Einsetzen der Küchenhelfer spart Strom und damit so manchen Euro, ohne dass man auf Komfort verzichten muss. Dabei ist das Einsparpotential groß. Private Haushalte können laut Experten die jährlichen Stromkosten um bis zu 25 Prozent senken, im Beispiel also rechnerisch um 88,50 Euro. Außerdem trägt das zum Klimaschutz bei. Wir verraten, wie es geht.

Geben Sie „Stromfressern“ einen Korb!


Das Internetportal www.stromeffizienz.de bietet einen kostenlosen Online-Stromsparcheck. Hier können Sie in wenigen Minuten ermitteln, wie und wo Sie im eigenen Haushalt sinnvoll Strom sparen können. In diese Berechnung fließen der Jahresstromverbrauch, der Gerätetyp, die Energieeffizienzklasse und die Art der Nutzung ein. Das Portal bietet zudem eine „Top-Geräte-Datenbank“. Sie nennt die energiesparendsten Haushaltsgeräte, die derzeit am Markt sind. Seit 1998 sind außerdem alle Haushaltsgroßgeräte mit einem EU-einheitlichen Energielabel ausgezeichnet, mit dem Sie ganz leicht „Stromfresser“ enttarnen und „Energie-Sparfüchse“ entdecken können. Denn auf dem Label stehen die wichtigsten technischen Daten, wie zum Beispiel der Strom- und der Wasserverbrauch. Man unterscheidet heute die Energieeffizienzklassen A bis G für Herd und Geschirrspüler, für Kühl- und Gefriergeräte die Klassen A+++ bis D. Dabei ist A beziehungsweise A+++ die beste Energieeffizienzklasse,G dagegen die schlechteste.Bei den Kühl- und Gefriergeräten sind die Klassen B bis D im Handel nicht mehr zu finden. Ab Juli 2012 verschwinden aufgrund von EU-Effizienzvorgaben auch Geräte derKlasse A vom Markt. Ein Kühl- oder Gefriergerät der Effizienzklasse A+ weist dann den höchsten Strombedarf auf.

Viele Investitionen machen sich schnell bezahlt

Leicht verderbliche Grundnahrungs-mittel wie Joghurt, Käse oder Eier müssen kalt gelagert werden, damit sie nicht verderben. Kaum jemand verzichtet daher auf einen Kühlschrank. Wer gerade über eine Neuanschaffung nachdenkt, sollte sich gut informieren, da Kühlschränke pausenlos Strom benötigen und damit viel Energie und Geld verbrauchen können. Ein niedriger Energieverbrauch ist also gut für die Geldbörse, ein etwas teureres Gerät macht sich rasch bezahlt – auch wenn Sie erst einmal ein wenig mehr investieren müssen. Bei einer Kühl- und Gefrierkombination der Klasse A mit 290 Litern Nutzinhalt bezahlen Sie beispielsweise in 15 Jahren rund 1100 Euro für den Strom. Bei einem Gerät der Klasse A+++ dagegen nur 450 Euro. Weiteres Einsparpotenzial liegt in der Wahl des Geräts.Eine Gefriertruhe benötigt beispielsweise mehr Energie als eine Kühl- und Gefrierkombination.

 

Ab ins Kalte!

Wichtig ist auch die Platzierung ihres Kühlschranks. Kühlgeräte sollten möglichst nicht in überheizten Räumen oder neben Wärmequellen wie dem Herd stehen. Wichtig ist auch, dass die Lüftungsschlitze weit genug von der Wand entfernt sind. Reinigen Sie diese ab und zu. Die optimale Betriebstemperatur für Kühlschränke liegt bei 7 °C, im Gefrierfach oder -gerät sind -18 °C ideal. Einige Hersteller bieten bei Kühl-Gefrierkombinationen eine sogenannte „Holidayfunktion“ an. Bei diesen Geräten besteht die Möglichkeit, das Kühlfach während des Urlaubs auf energiesparende 14 °C herauf zu regulieren, während das Gefrierteil weiterhin bei -18 °C die Lebensmittel gefroren hält. Öffnen Sie den Kühlschrank nur, wenn nötig, und schließen Sie die Türe gleich wieder, nachdem Sie Lebensmittel hinausgenommen oder hineingelegt haben. So vermeiden Sie, dass die Temperatur im Kühlschrank ansteigt und anschließend wieder gesenkt werden muss. Stellen Sie Gefrorenes zum Auftauen in den Kühlschrank, es gibt dort noch Kälte ab. Warme Speisen kühlen Sie dagegen besser erst außerhalb des Gerätes ab.

 

Lassen Sie spülen – und sparen dabei!

Gute Spülmaschinen brauchen pro Spülgang 1 bis 1,2 Kilowattstunden Strom, wenn sie voll beladen sind und man auf Vorspülen verzichtet. Besonders genügsam im Stromverbrauch sind moderne Zeolith-Geschirrspüler. Zeolith ist ein natürliches Mineral, das abwechselnd Feuchtigkeit und Wärmeenergie speichern und abgeben kann. Es befindet ich in einem Behälter im Geräteboden und ist genauso lange haltbar wie die Maschine. In der Trocknungsphase wandelt Zeolith Feuchtigkeit in Wärmeenergie um.

In einer groß angelegten Studie fand Professor Dr. Rainer Stamminger von der Universität Bonn heraus, dass Spülen mit der Maschine im Durchschnitt 50 Prozent weniger Wasser und 28 Prozent weniger Energie benötigt als das Spülen von Hand. Diese Studie führte er mit 200 Haushalten in Deutschland, Italien, Schweden und Großbritannien durch. Im Umgang mit der Spülmaschine machten die Studienteilnehmer allerdings Fehler, die man vermeiden sollte – sonst ist die Energieeinsparung gleich wieder verloren. Italiener spülten beispielsweise besonders gerne vor.

Dabei verbraucht ein durchschnittlicher italienischer Haushalt so viel Energie, dass er damit 80-mal die Spülmaschine betreiben könnte! „Moderne Spülmaschinen werden schließlich ohne Vorspülen mit Essensresten fertig“, so Stamminger. Die zweite weit verbreitete Öko-Sünde der Europäer sei, dass sie die Maschinen nur zur Hälfte befüllen: Jeden zehnten Spülgang könnte man sparen, wären die Maschinen immer voll. Die Deutschen wüschen häufig zu heiß, verschwendeten unnötig Energie: Die Programme von Spülmaschinen heizen das Wasser entweder auf 75 °C, auf 55 °C oder im Stromspar-modus auf 40–50 °C auf. Dieser reicht meist, um das Geschirr gründlich zu reinigen.

 

Kochen Sie schnell und sparsam

Während Kühlschränke normalerweise rund um die Uhr laufen, ist die Zeit, die man kochend am Herd verbringt, individuell sehr verschieden – aber nicht unerheblich! Knapp ein Drittel der Stromkosten in der Küche entfällt bei einem Vier-Personen-Haushalt auf das Kochen.

Empfehlenswert sind Schnellkochtöpfe,da Speisen darin schneller gar werden – und das bei einem um 50 Prozent geringeren Energieverbrauch. Aber auch ohne diese praktischen Helfer können Sie Energie einsparen: Kochen Sie auch in herkömmlichen Töpfen mit möglichst wenig Flüssigkeit. Das benötigt weniger Energie beim Erhitzen und Warmhalten. Verwenden Sie einen passenden Deckel, und lassen Sie ihn während des Garens auf dem Topf. Wenn Sie einen Glasdeckel verwenden, können Sie durch ihn das Essen im Blick behalten, ohne den Deckel dauernd abheben zu müssen. Übrigens: Wer Kartoffeln ohne Deckel und mit viel Wasser kocht, benötigt rund die dreifache Energiemenge, als wenn man einen Deckel und weniger Wasser verwendet. Reduzieren Sie nach dem Ankochen sofort die Hitze, und nutzen Sie die Nachwärme. Zum Beispiel vertragen Nudeln statt acht Minuten auf angeschalteter Platte zu kochen auch, wenn Sie den Herd etwas vor Ende der Garzeit ausschalten. Energiesparend ist auch, wenn Sie das Wasser zunächst im Wasserkocher oder mit dem Tauchsieder erhitzen und es dann in den Topf geben, in dem Sie die Nudeln kochen möchten.

Klassische Elektroplatten finden sich nach wie vor in vielen Haushalten. Allerdings heizen sie relativ langsam auf und brauchen im Vergleich zu anderen Kochfeldern am meisten Strom. Hier ist es besonders wichtig, dass der Kochtopf exakt zur Größe der Platte passt und plan aufliegt. Das überträgt die Wärme optimal. Im Betrieb am günstigsten ist das Induktions-kochfeld. Bei diesem befindet sich unter der Glaskeramikoberfläche eine flache Spule, die durch Strom ein Magnetfeld erzeugt. Töpfe werden so durch magnetische Induktion erhitzt. Der Nachteil: Man braucht spezielles Kochgeschirr,zum Beispiel mit Eisenkern.