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18.05.2012
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Vegetarisch Fit 3/12
Vegetarisch Fit 3/12
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Der VEBU informiert

Im Juni nimmt der VEBU am Evangelischen Kirchentag in Dresden teil und ist Mitveranstalter des Veggie-Street-Days in Stuttgart.

In Dresden ist der VEBU vom 2. bis 4. Juni auf dem Markt der Möglichkeiten im Marktbereich 3   (Umwelt-Ökologie-Tierschutz) zu finden. Dresden ist durch seine Lage direkt an der Elbe mit landschaftlich reizvoller Umgebung (Sächsische Schweiz) besonders im Sommer eine wunderschöne Stadt. Also, warum nicht den Besuch des Kirchentages gleich mit einem Städteausflug verbinden? Es empfiehlt sich eine rechtzeitige Buchung, in der Zeit werden über 100.000 Gäste in der Stadt sein. Der VEBU freut sich über Ihren Besuch! Informationen zum Kirchentag bietet die Seite www.kirchentag.de und ab Ende Mai auch die VEBU-eigene Seite www.vebu.de.

Bereits zum zweiten Mal findet der Veggie-Street-Day neben Dortmund (übrigens in diesem Jahr am 13. August) auch in Stuttgart statt. Der Veggie-Street-Day ist das bundesweite Treffen für alle am vegetarischen Lebensstil interessierten Menschen mit einem attraktiven Programm und vielen Möglichkeiten, Kontakte aufzufrischen oder neu aufzunehmen. Bei einem Besuch des Veggie-Street-Days schauen Sie unbedingt auch am VEBU-Stand vorbei! Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten www.veggie-street-day.de und ab Juni unter www.vebu.de.

 

Klimawandel – es geht um die Wurst!

Klimaschutz und Fleischkonsum passen einfach nicht zusammen – das bemerken mehr und mehr Menschen und sogar Kommunen entdecken das enorme Potenzial einer fleischfreien Ernährung – für Umwelt, Mensch und Tier.

Text: Melitta Töller

Mittlerweile können die meisten Menschen nachvollziehen, warum man aus ethischen Gründen keine Tiere essen möchte. Schließlich leiden und sterben in Deutschland allein 500 Millionen Hühner, Schweine und Kühe in der Intensivtierhaltung. Für sie ist es Alltag, mit viel zu vielen Artgenossen auf viel zu wenig Raum gehalten zu werden, wenn überhaupt ihren Grundbedürfnissen lediglich äußerst eingeschränkt nachgehen zu können und ohne Betäubung kastriert oder beschnitten zu werden. Nach einem anstrengenden Transport sterben sie oftmals noch bei vollem Bewusstsein am Haken im Schlachthof, nur um auf unseren Tellern zu landen.

Ein anderer Grund, der schnell auf Einsicht stößt, sind die gesundheitlichen Vorteile. Schließlich sind Vegetarier weniger anfällig für Allergien oder Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfälle, die häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Aber Vegetarier aus Umwelt- und Klimaschutzgründen? Schließlich scheint allgemeiner Konsens zu sein, dass Industrie und Verkehr die Hauptverschmutzer unseres Planeten sind. Doch mehr und mehr Studien zeigen inzwischen, dass die Tierwirtschaft und damit der Konsum tierischer Produkte Hauptverursacher der größten Umweltprobleme unserer Zeit ist.

Ein Fleisch essender Radfahrer soll also klimaschädlicher sein als ein Porsche fahrender Vegetarier?

Schon 2006 stellte der Bericht der UN Welternährungsorganisation „Der lange Schatten der Tierwirtschaft“ heraus, dass die Produktion von Fleisch und tierischen Produkten mehr zum Klimawandel beiträgt als alle Autos, Lastwagen, Flugzeuge und Schiffe weltweit zusammen. Denn neben Ammoniak werden in der Tierwirtschaft die drei klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid in großem Maße erzeugt. Dies geschieht entweder direkt, durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidung der Tiere, oder indirekt, durch die Produktionsprozesse und die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung und (transatlantische) Transport der Futtermittel. Dazu kommen noch die so genannten Veredelungsverluste, denn damit Tiere Kalorien aufbauen, muss man ihnen etwa die zehnfache Menge an Futter geben.

In den vergangenen Jahren bestätigten weitere Studien den enormen Einfluss der Ernährungsform. Grundtenor dabei ist, dass die Produktion tierischer Lebensmittel wesentlich umweltschädlicher ist als die pflanzlicher. 2009 setzte der Bericht des WorldWatch-Instituts den Anteil der Tierwirtschaft an den anthropogen (also vom Menschen) verursachten Treibhausgasemissionen sogar auf 51 Prozent hoch. Da Methan wesentlich klimarelevanter ist als Kohlenstoffdioxid, aber zugleich auch eine geringere Halbwertszeit hat, ist gerade hier der richtige Ansatzpunkt, um schnell und effektiv zu handeln.

Klimapolitik mit dem Einkaufskorb

In der großen Politik wurde über Emissionshandel, Abgaben durch den Verkehr und die Abschaffung der 100-W-Glühbirne geredet, doch Klimaschutz kann sich nicht auf Vorgaben von „Oben“ beschränken, sondern beginnt im Kleinen, bei jedem Einzelnen und bei jeder Konsumentscheidung.

Das Öko-Institut Freiburg hat 2007 die Klimarelevanz unterschiedlicher Lebensmittel berechnet. Da besonders Kühe, also Wiederkäuer, viel Methan erzeugen, sind Butter, Milch und Rindfleisch besonders schädlich für das Klima. Beispielsweise erzeugt ein Kilo Rindfleisch so viel Emissionen wie eine Autofahrt von 250 km, verbraucht so viel Energie wie eine 100-W-Glühbirne für knapp zwanzig Tage benötigt und schluckt so viel Wasser wie man für ein Jahr lang täglich duschen verwenden könnte. Dabei gibt es zahlreiche rein pflanzliche Alternativen, die nicht nur eine bessere Klimabilanz aufweisen, sondern auch gesünder und tierfreundlicher sind. Zwar wird oft auf regionale Lebensmittel verwiesen, doch dieser Ansatz ist nicht der zentrale Punkt, denn die Frage nach der tierischen oder pflanzlichen Herkunft ist entscheidender als die der Regionalität. Die Relation veranschaulicht folgender Vergleich: Ein Kilo Bio-Rindfleisch ist 90-mal belastender für das Klima als konventionelles Gemüse und Biobutter ist 10-mal klimaschädlicher als konventionelle Margarine.

Ob wir Fleisch essen oder nicht entscheidet also nicht nur darüber, wie tierfreundlich wir leben, sondern auch wie umweltfreundlich und nachhaltig. Bei der alltäglichen Entscheidung mit dem Einkaufskorb kann man somit nicht nur Tieren das Leben retten, sondern auch einen sehr großen Anteil gegen den Klimawandel leisten. So verursacht laut der Universität von Chicago ein Veganer 1,5 Tonnen CO2 weniger im Jahr als ein Fleischesser. Vegetarier haben eine bessere Klimabilanz als Fleischesser, doch wenn man bedenkt, dass Butter, Käse und Eier eine weitaus höhere Klimarelevanz haben als Tofu, Kartoffeln oder Obst, so muss man klar feststellen, dass eine rein pflanzliche Ernährung die klimafreundlichste ist.

Veggie-Städte

Das Potenzial, das in der vegetarischen Ernährung steckt, erkennen aber nicht nur immer mehr Menschen in Deutschland oder Europa, sogar Kommunen sehen in diesem Punkt einen entscheidenden Hebel, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Vorreiterrolle hierin hat die belgische Stadt Gent, die seit Mai 2009 einen vegetarischen Wochentag, einen Donnerstag, für alle Beamten und kommunalen Einrichtungen eingeführt hat. Zusätzlich gibt es an den Schulen vegetarisches Essen, es gibt einen vegetarischen Stadtplan sowie eine kostenlose vegetarische Kochbroschüre. Neben dieser Stadt haben sich etwa 350 weitere Städte, darunter knapp 30 deutsche, bei einem Festakt im Plenarsaal des Europäischen Parlaments durch Unterzeichnung des Bürgermeisterkonvents verpflichtet, die von der EU bis 2020 angestrebte Verringerung der CO2-Emissionen um 20 Prozent noch zu übertreffen. Erst kürzlich haben diese Städte sich in Hamburg getroffen und sich mit der Hamburger Erklärung das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2050 50 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Wie ernst sie dies meinen, wird sich zeigen, wenn sie nicht nur über Gebäudesanierung und bessere Verkehrskonzepte reden, sondern das enorme Einsparpotenzial der pflanzlichen Ernährung mit einbeziehen. Natürlich kann die Politik keinem vorschreiben, was schlussendlich auf dem Speiseplan steht, doch zum einen sollten Bürger auf einer möglichst großen Wissensbasis entscheiden können und dies setzt Informationsver-mittlung voraus. Zum anderen kann es nicht sein, dass klimaschädliche Produkte wie Fleisch und Milch stark subventioniert werden und von einem ermäßigten Steuersatz profitieren.

Es gibt keinen Fleisch essenden Umweltschützer

Die Tierindustrie vergiftet und belastet Land, Wasser und Luft und trägt enorm zum Klimawandel bei. Jedes Mal, wenn wir tierische Produkte essen, verursachen wir weitaus mehr Emissionen als würden wir uns für die vegane Alternative entscheiden. Auch Sir Paul McCartney spricht sich mit seiner Meat Free Monday Kampagne dafür aus, dass der effektivste Weg, das Klima zu schützen, eine vegetarische Ernährung ist. Denn nur weil man früher Fleisch gegessen hat, heißt es noch lange nicht, dass man es heute noch immer machen muss, kann oder sollte. Mittlerweile gibt es wundervolle Alternativen zu tierischen Produkten, die sowohl den Körper optimal versorgen als auch geschmacklich hervorragend sind. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man dadurch Tierleid vermindern und Tierleben retten kann. Wie sagte Paul McCartney so schön: „Wenn irgendjemand versucht, den Planeten zu retten, ist alles was er oder sie tun muss aufzuhören, Fleisch zu essen.“

Mehr Informationen unter:

PETA Deutschland e.V.

Benzstr. 1

70839 Gerlingen

Tel:+49 (0)7156-178-280

Fax:+49 (0)7156-178-2810

Email: info@peta.de, www.peta.de

 

 

Begeistert für Tiere - Deutschland wird käfigfrei

 

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich erfolgreich für Tiere in der Landwirtschaft und für die vegetarische Lebensweise ein. Dabei geht sie oft unübliche Wege.

 

Herkömmliche Legebatterien sind seit diesem Jahr in Deutschland endgültig verboten. Zurück geht dieser längst überfällige Schritt auf die Arbeit von Rechtsanwalt Wolfgang Schindler, dem Gründer und Präsidenten der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, der im Jahr 1999 als Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen das Bundesverfassungsgericht von den tierquälerischen Eigenschaften der Käfighaltung überzeugen konnte. Dieser Erfolg legte den Grundstein für die weitere Arbeit der Stiftung, die inzwischen nicht nur als führende Organisation im Kampf gegen die Käfighaltung bekannt ist.

 

Neue Wege im Tierschutz

Auf der Suche nach Kampagnenstrategien, mit denen sich möglichst viel bewegen lässt, ist der Vorstand der Stiftung auf Henry Spira gestoßen, der in den 1970er bis 90er Jahren in den USA beachtliche Erfolge für Tiere erzielen konnte. Spiras Kerngedanke war es, den Unternehmen, mit denen er verhandelte, immer die Möglichkeit zu geben, ihr Gesicht zu wahren, oder besser noch: sich als Vorbild in Tierschutz-fragen zu positionieren. Erst wenn alle Verhandlungen gescheitert waren, machte Spira öffentlich Druck gegen die Unternehmen. Außerdem vereinte Spira bei seinen Kampagnen oft weite Teile der Tierschutz- und Tierrechtsbewegung hinter sich.

Mit dieser Vorgehensweise lassen sich auch die meisten Erfolge der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt erklären: Im Jahr 2003 schloss sie sich mit vier weiteren Organisationen zusammen und überzeugte nach intensiven Gesprächen Aldi Nord, auf den Verkauf von Käfigeiern zu verzichten. Fünf Jahre später bildete die Stiftung ein noch größeres Bündnis und kontaktierte praktisch alle Supermarkt-ketten Deutschlands. Das Resultat: Nach meist sehr konstruktiven Gesprächen gibt es seit Ostern 2010 praktisch keine Käfigeier mehr zu kaufen.

kaefigfrei.de – Deutschland wird käfigfrei

Diese Erfolge weitet die Albert Schweitzer Stiftung jetzt auf die ganze Lebensmittelindustrie aus. Im bewährten Schulterschluss mit anderen Organisationen führt sie Gespräche mit den wichtigen Branchen und übertrifft dabei alle Erwartungen: Sämtliche Eiernudel- und etliche Backwarenhersteller haben sich bereits verpflichtet, in Zukunft auf Käfigeier zu verzichten. Die neuen Erfolgsmeldungen erscheinen im Wochentakt und können auf der Webseite www.kaefigfrei.de verfolgt werden.

Arbeit mit Studierenden

Ein Hauptanliegen der Stiftung ist es, junge Menschen zu motivieren, sich für Tiere einzusetzen. Im Rahmen ihrer Initiative „Käfigfreie Mensa“ unterstützt sie daher Studentinnen und Studenten dabei, ihre Mensaleitungen zum Einsatz tierfreundlicherer Produkte zu bewegen.

Ehrfurcht vor dem Leben heißt auch, sich vegetarisch zu ernähren

Vielen ist Albert Schweitzer als großer Menschenfreund bekannt. Was manch einer aber nicht weiß: Albert Schweitzer hat sich immer sehr für Tiere eingesetzt, und er ist in seinen letzten Lebensjahren zu dem Schluss gekommen, dass sein berühmtester Leitsatz „Ehrfurcht vor dem Leben“ auch beinhaltet, Tiere vor dem Schlachthaus zu bewahren. Ganz im Sinne ihres Namensgebers setzt sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt daher für die vegetarische und vegane Ernährung ein. Sie klärt über die ökologischen, gesundheitlichen und ethischen Vorteile der vegetarischen Ernährungsformen auf und macht auf politischer Ebene Druck, den Fleischkonsum zu reduzieren. Die Stiftung ist außerdem Trägerin der ersten „Veganen Schnupperwochen“ in Berlin, über die Interessierte und Medienvertreter im Zeitraum von zwei Wochen alle Aspekte der veganen Lebensweise in Theorie und Praxis kennenlernen konnten.

Mehr Erfolge – jede(r) kann helfen

Auf ihrer Webseite www.albert-schweitzer-stiftung.de informiert die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt regelmäßig über aktuelle Ereignisse im Tierschutz, die man sich bequem und kostenfrei per wöchentlichen Newsletter zuschicken lassen kann. Außerdem stellt sie diverse Möglichkeiten vor, wie man für Tiere aktiv werden kann. Von der Online-Petition bis hin zum Ehrenamt ist für alle etwas dabei, die sich engagieren möchten. Außerdem kann man die Stiftung mit bitter nötigen Spenden oder Förderbeiträgen unterstützen. „Wir bekommen beinahe täglich neuen Zulauf. Das zeigt uns zum einen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und zum anderen ermöglicht das immer weiter reichende Erfolge gegen die tierquälerische Massentierhaltung“, freut sich Mahi Klosterhalfen, Vizepräsident der Stiftung.

Im Überblick:

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

  • Gründung im Jahr 2000
  • Namensgeberin Rhena Schweitzer (Albert Schweitzers Tochter)

Arbeitsschwerpunkte:

  • Kampagnen gegen die Massentierhaltung und gegen die fortschreitende Überzüchtung von Tieren
  • Stärkung der vegetarischen Idee
  • Einführung des Verbandsklagerechts für Tierschutzorganisationen